Hoffnung

Moin Ihr Lieben,

da bin ich wieder.Hier war wieder Winterpause auf dem Blog. Ich war zwar dennoch op tour, aber eher hier in meinem näheren Umfeld, nichts wirklich spannendes.

Aber Karfreitag wollten wir nun endlich wieder los – so richtig.

Unter der Woche war super Wetter – ich habe in der Mittagspause sogar schon mein erstes Eis in der Sonne genossen und dann … pünktlich zum langen (Oster-)Wochenende schlägt das Wetter wieder um. Das ist doch wirklich langsam nicht mehr fair.

Egal, wir haben uns dieses Mal den Nordpfad Hölzerbruch-Malse ausgeschaut. Wir (meine Freundin Antje und ich) wollten irgendwo hin, wo wir unsere Ruhe haben. In Corona Zeiten ist wandern ja richtig „hip“ geworden und einige der Nordpfade sind mittlerweile doch recht „voll“ geworden – was mich natürlich freut, dass so viele Menschen die Natur für sich entdecken, aber wie gesagt, uns war nach Ruhe und Abgeschiedenheit. Mal raus aus dem ganzen Chaos um uns herum.

Nach einer knappen Stunde Autofahrt – schön gemütlich über Landstraßen und durch kleine Ortschaften sind wir in Basdahl-Kluste angekommen, haben das Auto auf dem recht leeren Parkplatz abgestellt, den Rucksack geschultert und los ging es.

Das Wetter: 7 Grad, trüb, grau, aber trocken. Wir behalten die Jacken an und sind später wirklich froh drüber, da es noch recht windig und frisch wird.

Ein kleiner Zuweg führt zum Startpunkt „Hundesegen“. Wir laufen am Hölzerbruch entlang und merken mit jedem Schritt, wie wir wieder Energie tanken. Es riecht nach feuchtem Gras, Moos, Holz – wir atmen tief ein und fühlen uns wieder „frei“. Keine Masken, kein Abstand zu fremden Menschen halten – einfach drauf los laufen.

Wir genießen es, den Blick in die Ferne zu richten, auch wenn es noch alles etwas karg aussieht.

Bald entdecken wir die ersten kleine Blüten – kleine Hoffnungsschimmer. Da kann soviel Corona sein wie will, die Natur lässt sich nicht aufhalten und der Frühling kommt wie jedes Jahr.

Wir laufen durch Baumalleen bis zum Sünderwalder Weg. Hier ist ein kleiner Rastplatz, aber dieser spricht uns nicht so wirklich an. Ein Blick auf den nächsten Wegweiser, der nächste Rastplatz ist an der „Blauen Leiter“ – noch knapp 4 Kilometer – den peilen wir für eine Pause an. Also weiter.

Wir laufen direkt in den Forst Malse

Im Sommer bestimmt ein total schönes angenehm schattiges Plätzchen. Hier „joggt“ ein Wanderer mit richtig Tempo an uns vorbei – ich habe eine Vermutung, wer das gewesen sein könnte. Wir müssen schmunzeln, dass Wetter ist nicht toll, aber soooo eilig haben wir es nicht.

Der Weg ist perfekt ausgeschildert, gerade rätseln wir, warum wohl dermaßen viele Wegweiser angebracht sind, ob wohl schon so viele hier verloren gegangen sind? Dann stellen wir fest, okay, hier geht es scharf nach links – ohne Nordpfade Zeichen hätten wir diesen Abzweig nie im Leben in Erwägung gezogen – diese endlos gerade Strecke lädt dazu ein, einfach immer weiterzugehen. Hier mal ein fettes Danke an die Nordpfade Macher/innen, ihr pflegt die Beschilderungen wirklich super!!

Skurille Gewächse an den Bäumen, ich habe auch unterwegs gelesen, was es ist – aber leider wieder vergessen. Weiß es von euch jemand?

Langsam bekommen wir wirklich Hunger und vor allem sehnen wir uns nach einem Becher Tee – sobald wir den Wald verlassen müssen wir uns streckenweise ordentlich gegen den Wind stemmen, also schnell die Mütze auf, Hände in die Jackentasche – wie kann man auch Anfang April einfach die Handschuhe zuhause lassen?? Passiert uns nicht wieder 😉

Endlich sind wir am Rastplatz „Blaue Leiter“ angekommen. Die „Blaue Leiter“ ist ein Seminarhaus mit Skulptur- und Landschaftsgarten – leider – wie alles – geschlossen. Der Garten sieht sehr gemütlich und verwunschen aus, aber gut, wir nehmen auch den 100 Meter entfernten Rastplatz, auch wenn dieser gefühlt mitten in einer Wind-Schneise liegt. Selten hat mir mein Tee so gut geschmeckt und die verfrorenen Finger tauen langsam auf. Schnell unser Brot verputzt, und dann weiter. Das Wetter lädt nicht zum längeren Verweilen ein.

Kurz danach laufen an der Lune entlang, ganz unscheinbar – kaum zu glauben, das diese in die Weser einmündet. Hier laufen wir durch eine weite Wiesenlandschaft und man kann sich direkt vorstellen, wie hier im Sommer ein grünes Meer sprießt.

Am Wegesrand noch ein paar Farbtupfer

Auf dem letzten Stück wandern wir erneut durch den Wald, der Hölzerbruch ist in voller Blüte sicher auch wunderschön, wir freuen uns, dass der Boden so schön mitschwingt beim Laufen.

Nachdem wir über einen kleinen Steg den Klusterbach überquert haben, legen wir den Endspurt ein. Vorher holen wir aber noch einmal tief Luft, atmen die würzige Luft ein und beschließen, die heutige gute Laune und gesammelte Energie mitzunehmen, wir lassen uns weiter nicht unterkriegen von all den Einschränkungen und Unsicherheiten und hoffen weiter darauf, dass bald alles besser wird. „Zuversicht ist und bleibt Pflicht“, auch im zweiten (Pandemie) Jahr.

Es gibt noch einiges hier zu erwandern, also nutzen wir die Zeit dafür.

Im Auto auf dem Weg zurück nach Hause freuen wir uns unsäglich auf einen heißen Kaffee zuhause,

Ich wünsche euch allen frohe und fröhliche Ostern, nutzt die freien Tage um eurer Seele was Gutes zu tun. Mir hat diese tour wieder ganz viel Hoffnung gegeben und vor allem wieder neue Kraft und Energie. Lasst euch nicht unterkriegen und wie immer: seid gut zu euch!

 

 

 

8 Gedanken zu „Hoffnung

  1. Da habt ihr euch wieder was schönes ausgesucht,beim Lesen
    rückt „Corona“ in weite Ferne.Das du das Wandern noch so für dich entdeckt hast in den letzten Jahren freut uns sehr.Denn wenn du als kind mitsolltest mit uns
    hielt sich die Begeisterung in Grenzen…Dieses Jahr Ostern werden wir nicht vergessen.Viel Spaß weiterhin

  2. Hallo „Madam“, schön, dass du wieder auf Wanderschaft bist. Mit großem Interesse haben wir den Wanderweg verfolgt, der von den wunderbaren Bildern fantastisch unterstützt wird. Du hast recht, die Natur kennt keine Pandemie, also genießen wir sie

  3. Madam op tour – wie hab ich das vermisst. So toll beschriebene Touren untermalt mit wunderschönen Fotos, da fühlt man sich in Pandemiezeiten direkt abgeholt und mitgenommen. Das Erwachen der Natur im Frühjahr vermittelt Aufbruchstimmung – versuchen wir, uns mitreißen zu lassen. Komm gut in die neue Arbeitswoche.

  4. Hallo Susanne, ich hab mir so gefreut wieder von Dir zu lesen, das hat mir doch sehr gefehlt (und die schönen Bilder…).
    Den Baumpilz haben wir tatsächlich in Finnland auch gesehen, das ist „Zunderschwamm“, aus dem man sogar eine Art Leder und noch viel mehr herstellen kann. Haben wir aber in Schwäbischen Gefilden noch nie gesehen, da hast Du was ganz Tolles entdeckt. Wir freuen uns auch über jeden Sonnenstrahl und jedes Blättchen das im Garten wächst.
    Hoffentlich kannst Du bald wieder schöne Stellen beim Wandern entdecken und uns mitnehmen. Viel Spaß dabei und bleibt gesund.

    • Gerti!!! Da bist du wieder, wie schön 🙂
      Zunderschwamm? Werde ich gleich mal nachlesen. Danke dir.
      Ich hoffe, euch geht es gut und bleibt auch gesund.
      Liebe Grüße aus dem Norden

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