Zuversicht bleibt Pflicht

Moin ihr Lieben,

erster Mai im zweiten Corona Frühling – geht es euch so? Langsam geht einem ein klein wenig die Puste aus. Also haben meine Freundin Antje und ich wieder unseren Rucksack geschnappt, die Wanderschuhe angezogen und sind los

Es ging nach Nartum, ein kleines Örtchen in Niedersachsen, bekannt für den Hünenkeller und den Schriftsteller Walter Kempowski, nach dem auch der Nordpfad Kempowskis Idylle benannt ist. 

Start ist am Friedhof Nartum, wo auch gleich der Hünenkeller zu finden ist. Haben wir natürlich auch kurz angeschaut (so ein wenig Kultur schadet ja nicht ;)), dann aber den Rucksack zurecht gezuppelt und los ging es.

Und schon nach wenigen Schritten hat man einen wundervollen Blick auf die umliegenden Felder und Wiesen

Was für ein wunderschöner blauer Himmel – erst einmal tief durchatmen – herrlich. Angesagt war bewölktes Wetter mit einer Regenwahrscheinlichkeit von 90%, wir freuen uns also.

Weiter geht es in das Steinfelder Holz, ein Waldgebiet, wo es herrlich nach Erde und Moos riecht. Die Bäume bekommen ihr erstes zartes Grün und wenn die Sonne durchscheint, ist es wie „Magie“

Wir haben uns dieses Mal viel zu erzählen, seit unserer letzten gemeinsamen Wanderung ist einiges passiert: Ausgangssperre – nicht so wirklich ein Problem für mich, Schnelltests sind Alltag geworden (wir haben beide auch morgens vor der Tour einen gemacht), die Schulen mal wieder geschlossen, Homeoffice – fast ein alter Hut, aber dennoch nicht toll (für uns jedenfalls) und vieles mehr, was uns im Alltag beschäftigt. Welche der geplanten Reisen wird wohl endlich mal klappen? Antje hat für Pfingsten was gebucht – letztes Jahr war es auf letzter Minute möglich, klappt das dieses Jahr auch wieder? Ich habe eine Bildungszeit im Juni gebucht, wandern in einer Gruppe. Kann das was werden? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Wir machen uns gegenseitig Mut, wollen eigentlich gar nicht so viel über Corona sprechen, aber irgendwie ist es doch ein Thema das uns beschäftigt.

So nutzen wir auch schon nach kurzer Strecke am Steinfelder Großsteingrab den Rastplatz für eine erste Teepause um unsere Gedanken und Worte zu sortieren.

Hier treffen wir auch auf andere Spaziergänger, die die Grabkammer bewundern. Ansonsten sollen wir heute nicht auf viele Mitwanderer und Mitwanderinnen treffen. Wir haben noch 2/3 des Weges vor uns, also „Hintern hoch“ und weiter. Es geht noch ein Stück durch den Wald

in Richtung Hemelsmoor.

Hier wird noch aktiv Torf abgebaut

was ich wirklich schade für die Natur finde. Am Weg sieht man die Lorenschienen, mit deren Hilfe der Torf abtransportiert wird. Der Weg ist toll zu laufen, hier hat man wieder den typischen „Schwingboden“, jeder Schritt fühlt sich an, als ob man gleich abheben könnte.

Von hier geht es in Richtung Sandkuhle und über uns sind auf einem Mal große düstere Wolken und der Himmel öffnet sich. Nun erleben wir die 90% Regenwahrscheinlichkeit, aber glücklicherweise nur für knapp 10-15 Minuten, so dass wir der Sandkuhle nur einen kurzen Blick gönnen (und kein Foto). Aber schon nach kurzen Zeit reißt der Himmel wieder auf und die Sonne zeigt sich wieder zaghaft am Himmel. Glück gehabt.

Durch den kurzen Regenschauer intensiviert sich nochmal der Duft nach nassem Holz, Erde und Moos – herrlich.

Langsam nähern wir uns entlang des moorigen Grünlands wieder Nartum

In Nartum angekommen suchen wir uns erst einmal einen Pausenplatz, wir haben zwischenzeitlich richtig Hunger bekommen – so sieht es übrigens aus, wenn wir Pause machen

Nach dem Käsebrot gab es noch Kuchen – wir lassen es uns beim wandern wirklich gut gehen 🙂 

Auf dem Weg zur Pause sind wir an einem kleinen Verkaufsstand vorbeigekommen, wo es frische Eier gibt, mir fällt ein, dass ich noch welche brauche, aber echt jetzt, Eier im Rucksack? Erstmal Pause.

Nach der Pause wollen wir noch die Motomühle Nartum anschauen, ach komm, wir müssen eh an dem Stand vorbei, die paar Schritte noch – dann ist das Abendbrot sicher

Die Nartumer Motormühle bildet quasi den Dorfmittelpunkt

und für uns den Abschluss einer schönen Wanderung. Von hier sind es nur noch wenige Schritte wieder bis zum Friedhof und dem Auto. Und welch ein Glück, kaum sind wir am Auto angekommen, öffnen sich wieder die Schleusen und zusätzlich zum Regen kommt auch noch Hagel runter – wir haben also eine Punktlandung hingelegt. 

Im übrigen hat der erste Regenschauer es auch geschafft, uns von unseren beschwerlichen Corona Gesprächen abzulenken, so dass wir uns endlich schöneren Themen zuwenden konnten und wirklich total tiefenentspannt wieder am Auto ankamen und uns sehr erholt fühlten. Die Natur hat es also wieder einmal geschafft, uns unsere gute Laune wiederzugeben und trotzig gucken wir in die Zukunft und haben uns fest vorgenommen, die letzten Meter schaffen wir auch noch, in diesem Sinne: Zuversicht bleibt Pflicht.

Die ganze Runde ist wunderbar ausgeschildert, es gibt viele Pausenmöglichkeiten, überall sind Bänke zu finden, zurecht handelt es sich hier um einen Qualitätsweg, der auch gerade im Herbst bezaubernd schön sein muss.

Ich starte jetzt gutgelaunt und voller Energie in eine neue Woche – ich hoffe, auch ihr verliert die gute Laune nicht, in diesem Sinne noch einen schönen Abend und wie immer: seid gut zu euch.

8 Gedanken zu „Zuversicht bleibt Pflicht

  1. Heute möchte ich, Dir liebe Susanne, ganz besonders für die wunderschönen Fotos danken, die eindrucksvoll zeigen, wieviele verschiedene Grüntöne die Natur zu bieten hat. Außerdem hast du Wald und Feld wieder in sehr passenden Perspektiven in Szene gesetzt. Wirklich gelungen. Dies gilt natürlich auch für deine lebendige Beschreibung – als wäre man mit dabei. Ich finde es toll, dass ihr diesen nervigen Zeiten und Themen trotz und, im wahrsten Sinne des Wortes, euren Weg geht. Ihr macht das genau richtig.
    Ich hoffe, ihr geht dann morgen auch in eine gute Woche – möge es so kommen.

  2. Wie immer – tolle Fotos und gute Beschreibung- es ist immer eine Bereicherung über deine Wanderungen zu lesen.
    Schönen Sonntag und eine gute Woche, liebe Grüße
    Marianne und Rainer

  3. Da schließe ich mich Sandra an,es war wieder eine schöne Beschreibung
    eines Nordpfades,die mußt du nun doch bald alle geschafft haben.
    Schade das die alle soweit von uns entfernt sind,man bekommt richtig Lust
    auch dort zu laufen.Den „Schwingboden“ habenwir hier in Ahlenmoor.dort fährt auch die Moorbahn.Wieder mal ein toller Bericht,weiter so!

  4. Danke, liebe Madam, für den wieder ganz wunderbaren Bericht über einen unserer schönen Nordpfade – wie immet kurzweilig und interessant, lesenswert.
    Noch’n gemütlichen Abend und morgen einen guten Start in die erste Mai-Woche

Schreibe einen Kommentar zu Ilke-Marie Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.