wie gemalt

„ich hab heute nichts versäumt … ich hab nur vor mich hingeträumt …“

Moin ihr Lieben,

es ist schon ein wenig her, dass ich von mir hab hören lassen. Entschuldigt.

Die letzten Wochen waren wie verhext. Entweder war es unfassbar heiß oder es hat geregnet. Jetzt hatte ich einige Tage frei und bislang waren mir nicht mehr als zwei lange Spaziergänge vergönnt – aber heute „hex hex“ endlich mal wieder das richtige Wetter um den Rucksack zu schultern und mich auf den Weg zu machen.

Heute ging es zur Abwechslung mal nach Wildeshausen. Steht auch schon ewig auf meiner „op tour Liste“ – jetzt aber.

Mit dem Zug sind es knapp 40 Minuten. Gestartet bin ich (erst) um 10 Uhr, in Wildeshausen war ich dann kurz vor 11 Uhr bei knapp 20 Grad, Sonnenschein und spektakulärem Wolkenhimmel.

Ausgesucht habe ich mir für heute den „Wanderweg Nr. 5: auf dem Hunteuferweg in die Große Wiekau„. 

Der Startpunkt liegt laut Wegbeschreibung am Stadtwald Krandel, nicht weit vom Bahnhof entfernt. Diesen (Um-)Weg kann man sich aber auch sparen, wenn man – so wie ich – am Bahnhof startet. Direkt am Bahnhof gibt es einen kleinen Trampelpfad (vorbei an der Agentur für Arbeit und der VHS) und dann kommt man genau am Startpunkt des Huntewanderwegs an. Spart euch den Extrabogen zum Krandel.

 

Laut Tourenbeschreibung ist der Weg ausgeschildert mit einer weißen 5 auf schwarzem Schild .. weit und breit nicht zu sehen, aber der Rest stimmt, also hab ich jetzt einfach mal Vertrauen, sollte es nicht die 5 sein, wird es schon was anderes nettes sein.

Es geht erst einmal gerade aus

bis zur Hunte

und dort findet sich dann auch die 5. Juchhu.

Die Hunte fließt zu meiner Rechten und zu meiner Linken kann ich in die wunderschöne Marschlandschaft bewundern.

Die Landschaft sieht wirklich aus wie gemalt. 

Ich stelle fest, dass hier ein sehr sportliches Völkchen lebt, mir kommen viele Fahrradfahrer/innen, Walker/innen, Läufer/innen entgegen, und jede/r hat ein freundliches Moin auf den Lippen – das artet ja schon in „Gesabbel“ aus hier 😉

Auch die Hummeln summen fleißig, die Vögel zwitschern, ganz schön viel los hier.

Unterwegs gibt es reichlich Bänke zum pausieren, aber trotz der – teils dramatischen -Wolken am Himmel leider bislang keinen Schatten. Also laufe ich erst einmal weiter.

Schilder gibt es nicht viele – da bin ich vielleicht von den Nordpfaden etwas verwöhnt mittlerweile – aber eigentlich braucht es die auch nicht wirklich, irgendwie läuft man automatisch auf dem richtigen Weg. So habe ich reichlich Zeit zum Träumen und Gedanken schweifen lassen. Zwischendurch bekomme ich eine Nachricht von meiner Mutter, sie waren heute zum Gottesdienst unterm freien Himmel und es hat meinen Eltern gut gefallen – ich denke mir, dieser Weg ist auch ein wenig wie ein Gottesdienst. Ich bin nicht gläubig, aber der Gedanke gefällt mir trotzdem.

Wie, das sollen erst 4 Kilometer gewesen sein? Soviel Schönheit auf so kurzer Strecke.

Ich frage mich die ganze Zeit, was die „Große Wiekau“ sein soll? Zuhause habe ich es dann nachgelesen und dann ergab es auch einen Sinn. Die Wiekau ist ein Ferienhausgebiet, ich war vorher irgendwie der Meinung, es wäre auch ein Gewässer. Dann ist das wohl auch die Hunte und nicht wie vermutet die Wiekau

Ich laufe in die Wiekau hinein, meine (Damen und) Herren, das sind Ferienhäuser? Ich sehe hauptsächlich Tore und lange Auffahrten und was ich an Häusern sehe … hui. Hier geht es einmal quasi um den Pudding. Einen Weg hoch bis zur Glaner Straße – auf der anderen Seite liegt der Golfclub, dann links rechts und auf der anderen Seite der Wiekau wieder zurück Richtung Hunte. Hier laufe ich ein kleines Stück auf dem Weg den ich vorher schon gelaufen bin, habe die Hunte jetzt quasi zu meiner Linken biege dann aber über die Brookbäge ab, so dass ich versetzt zum Hinweg laufe.

Auch hier wieder ein Blick in die atemberaubende Natur, Wiesen, Felder – einfach nur zum Träumen schön. Irgendwann endet der Weg in einem Wohngebiet und ich laufe über den Krandel zurück zum Bahnhof.

Und schwuppdiwupp bin ich knapp 12 Kilometer gelaufen. Ich überlege noch kurz, ob ich mir Wildeshausen noch anschaue, aber da gleich ein Zug kommt und ich richtig Lust auf einen großen Becher Kaffee habe mache ich für heute Schluss, setze mich in den Zug und bin zur besten Kaffeezeit wieder zu Hause. 

Es gibt noch ein paar Wanderwege mehr in und um Wildeshausen, von daher werde ich noch Gelegenheit haben, mir den Ort anzuschauen. Die Strecke muss übrigens auch im Herbst wunderschön sein, wenn die Blätter an den Bäumen sich verfärben. Eine Wiederholung ist daher nicht ausgeschlossen.

So, jetzt habe ich noch einen Tag frei und ab Dienstag hat mich dann der Alltag wieder.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag Abend und morgen einen guten Start in die Woche – wie immer: bleibt gesund und seid gut zu euch.

4 Gedanken zu „wie gemalt

  1. Auch wenn ich keine Sonnenblumen auf den Fotos gesehen habe, van Gogh hätte trotzdem seine Freude am den Motiven mit gelbem Löwenzahn, grünem Mais und blau-weißen Wolkengebilden gehabt. Malerisch wie immer und das, obwohl Du heute mal eine ganz andere Ecke bewandert hast.

    Auch Dir dann wieder einen guten Start am Dienstag. Hab zuvor noch einen wundervollen Montag

  2. So haben deine 2 Wochen Urlaub ja noch einen schönen Höhepunkt
    gefunden,nach meistens Regentage.Aber die waren doch gut so zum totalem
    Ausruhen.Wärst du jetzt die gleiche Zeit auf den Kanalinseln gewesen,mit soviel Regen………da regnet es doch zu Hause billiger…
    Dein Bericht ist wiedermal super,mit tollen Bildern.Weiter so.

    • Lieben Dank, es war wirklich wunderschön dort. Und ja, die Regentage hatten auch ihren Vorteil – soviel Zeit zum nichts-tun hatte ich ewig nicht.

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